Ahoi Kameraden – Eine Kanutour auf der Raab

Ahoi Kameraden – Eine Kanutour auf der Raab

Vergangene Woche verbrachte ich wieder einige Tage in der Steirermark. Während meines Aufenthalts stand auch eine Kanutour im Naturpark Raab auf dem Programm, über den ich für die Steirischen Geheimtipps schreiben sollte.

Mit Mama im Boot

Als ich die Einladung zu der Kanutour im Naturpark bekam, war ich freilich begeistert. Klang doch wirklich nach Abenteuer so eine Kanutour.
Da man aber schwer alleine mit dem Kanu fahren kann und die Einladung für zwei Personen galt, fragte ich kurzerhand meine Mutter, ob sie Lust darauf hätte. Außerdem war es das perfekte Muttertagsgeschenk für einen Adrenalinjunkie wie sie. Immerhin stürzt sie sich auch gerne mal aus einem Flugzeug. Irgendwoher muss ich es ja haben 😉

Mama in Aktion

Eis(Café) und Störche

Wie so oft, waren wir viel zu früh dran. Also beschlossen wir, uns vor der Tour ein Eis in Jennersdorf zu gönnen. Gesagt getan. Da das Wetter herrlich war und drinnen geraucht wurde, setzten wir uns in den Gastgarten vor das Lokal. Wie sich herausstellte, war das wirklich eine gute Idee, da direkt gegenüber, auf dem Haus der Touristeninfo, ein Storchenpaar brütete. So konnten wir, während wir unseren Eisbecher aßen, die Störche beobachten. Da schmeckte das Eis gleich doppelt so lecker.

Störche

Kanus, Paddel und der richtige Platz 

Endlich war es so weit, wir konnten zur Ablegestelle fahren. Schon, als wir über die Raabbrücke kamen, sahen wir die Kanus und wussten, hier sind wir richtig.
Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Fahrer (also ich) gebeten, die Autos an die Anlegestelle zu bringen. So hatten wir nach der Tour das Auto und ggf. trockene Kleidung direkt vor Ort. Toll, trockene Kleidung, das Wasser war, obwohl es ein herrlicher Tag war, ziemlich kalt und ich hatte wenig Lust ein Bad im Bach zu nehmen.
Währendessen lernten die anderen Teilnehmern spielerisch der richtige Umgang mit dem Paddel.

Die Kanus stehen schon bereit

Gut geschult ist gut gepaddelt

Als alle wieder am Startpunkt waren, wurden wir mit Paddel und Schwimmweste versorgt, leider war mir meine Weste gefühlte fünf Nummern zu groß, was während der Fahrt aber nicht weiter störte. In einer kurzen Einschulung wurde erklärt, welche Aufgaben man auf welchem Platz hatte, der hintere steuert, der vordere paddelt. Und wie man richtig mit dem Paddel umgeht, um am Ende auch dahin zu kommen, wohin man möchte.
Jetzt konnte es endlich losgehen!

Kanus an der Ablegestelle

Schwerelos

Anfangs war es ein merkwürdiges Gefühl auf dem Wasser zu treiben. Das Kanu schwankte und die Angst hineinzufallen, war die ganze Zeit präsent.
Aber nach wenigen Minuten hatte ich mich daran gewöhnt, so konnte ich die Ruhe, die wunderschöne Natur sowie das Gefühl der Schwerelosigkeit genießen. Gut, ab und an wurde die Ruhe durch das Gekicher meiner Mutter unterbrochen, die wohl einen Heidenspaß auf der Tour hatte.
Um nicht vom Weg oder in meinem Fall vom Fluss abzukommen, gab es einen Guide, der vorausfuhr und an dem wir uns orientieren konnten. So bekamen wir schnell ein Gefühl für die richtige Technik beim Lenken, oder wie man am besten das Paddel einsetzt, um unter Bäumen durchzukommen.

Kanutour im Naturpark Raab

Im selben Boot sitzen 

Erst bei dieser Kanutour wurde mir klar, was diese Redensart wirklich bedeutet. Denn ohne Teamwork geht bei einer Kanufahrt nichts. Wenn man hier nicht gut zusammenarbeitet, landet man schnell im Wasser, oder rudert nur im Kreis. So oder so kommt man hier ohne Teamwork nicht sonderlich weit. Das wurde auch während unserer Tour relativ schnell sichtbar. Nach anfänglichen Problemen waren wir recht schnell gut eingespielt. Bei anderen funktionierte das Ganze nicht so toll. So durften wir ein dreier Team beobachten, das eine ganze Weile rückwärtsfuhr, weil sie es nicht schafften, sich zu drehen.
Für solche Probleme gab es 2 Guides, die als Schlusslicht bei eventuellen Problemen eingreifen konnten und mit hilfreichen Tipps zur Seite standen.

Die Tour beginnt

Die Sache mit der Strömung

Klingt einfach oder? Ist es aber nicht. Denn sobald man in die Strömung kommt, ist es vorbei mit Ruhe und Entspannung. Dann hat man gut damit zu tun den Bäumen auszuweichen, die im Bach liegen. Oder aber schnell um eine Kurve oder einen herunterhängenden Ast herumzukommen. Hier bleibt keine Zeit mehr zum Nachdenken. Meine Mutter, ganz in ihrem Element, war die ganze Zeit am Lachen. Sie hatte es ja gut, am hinteren Platz konnte sie mit ansehen wie ich versuchte den Ästen und Baumstämmen, die über die Raab hingen, auszuweichen. Während ich vorne fluchte, weil ich wieder im Gestrüpp gelandet war, hörte man von hinten nur hämisches Lachen. Danke Mama! So lernte ich aber immerhin, dass das Paddel auch perfekt ist um Äste und Ähnliches abzuwehren.
Während wir uns so durchschlugen, hörten wir von den Booten hinter uns laute Schreie. Alles war dabei, von Lachen, über Schreie bis hin zu Flüchen. Ein wahnsinniger Spaß. Eine dreier Gruppe ging leider Baden. Wie wir später erfuhren, hatte das Mädchen versucht unter einem Baum hinwegzutauchen und lehnte sich zur Seite statt nach vorne. Dabei kippte das Kanu und die Drei landeten im Wasser. Allerdings nahmen Sie es sportlich und beendeten die Tour dennoch. Also war das mit der trockenen Kleidung tatsächlich ernst gemeint. So ganz sicher war ich mir da vor der Tour nicht.

Natur genießen in Naturpark Raab

Jetzt auch noch einparken!

Nach rund einer Stunde, wir waren ziemlich schnell, kamen wir an der ungarischen Grenze und somit unserer Anlegestelle an. Hier mussten wir in eine ziemlich schmale Schneise fahren, um unser Boot sicher und vor allem trocken verlassen zu können. Mittlerweile war das für uns kein Problem mehr. Denn wir waren gut eingespielt, hatten das Paddel und somit die Lenkung fest im Griff und gelangten trocken ans Ufer.
Nach dem Anlegen wurden wir von unseren Guides noch auf ein herrliches Gläschen naturtrüben Apfelsaft eingeladen. Dabei konnten wir uns auch mit den anderen Teilnehmern austauschen.
Jeder berichtete über seine Erfahrungen und Erlebnisse und alle waren sich einig, dass die Tour ein großer Spaß war. Außerdem erfuhren wir hier, dass noch weitere Touren, mit einer Dauer von bis zu fünf Stunden, angeboten werden. Bei einem Anbieter in Ungarn, dem Verein Arabo, gibt es wohl auch mehrtägige Touren.

Kanutour auf der Raab

Mit Kind und Kegel

Besonders toll finde ich, dass diese Kanutouren auch bestens für Familien geeignet sind. Denn Kinder dürfen bereits ab 4 Jahren an den Touren teilnehmen. Ab diesem Alter sind die passenden Schwimmwesten vorhanden.
Das so eine Tour auch etwas für die Generation 60+ ist, hat meine Mutter unter Beweis gestellt. Also könnt ihr hier auch eure Omas mitnehmen 😉
Außerdem sind hier auch Hunde willkommen. Sowohl im Naturpark, bitte mit Leine, als auch beim Kanufahren. Und das komplett ohne Aufpreis.

Was kostet der Spaß?

Für Erwachsene 27 Euro und für Kinder, diese zahlen erst ab 6 Jahren, 15 Euro. Hunde sind, wie bereits oben erwähnt frei. Die Touren finden immer Dienstag, Donnerstag und Samstag um 10:00 Uhr sowie um 14:00 Uhr statt. Anmeldung erforderlich!

Künstlerdorf oder einfach schöne Häuser

Wenn man von der Anlegestelle durch Neumarkt kommt, lohnt sich dort ein kurzer Halt. Hier gibt es ein kleines Künstlerdorf, in dem man verschiedene Kurse besuchen kann. Aber ich erwähne es hier nicht wegen der Kurse, sondern wegen der schönen Häuser, deren Dächer mit Schilf gedeckt sind. Hier kann man übrigens auch recht günstig, 19 Euro pro Nacht, ein Zimmer mieten. Wirklich schön anzusehen und einen Besuch wert, wenn man gerade in der Nähe ist. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen einige Tage im Sommer dort zu verbringen und den Naturpark sowie die Gegend zu erkunden.

Künstlerdorf Neumarkt

Magenfüller

Bevor wir nach Hause aufbrachen, wollten wir noch irgendwo eine Kleinigkeit essen. Also fuhren wir zurück nach Jennersdorf und kehrten beim Burgenlandhof ein. Und dieser Besuch lohnte sich wirklich. Zum einen gibt es einen wunderschönen Gastgarten, zum anderen sind die Preise und Portionen äußerst angemessen.
Ich entschied mich für einen Bauerntoast, Mama nah die Schweine Medaillons mit Prosciutto. Beide bekamen wir eine Riesenportion, das Essen war sehr lecker und zu meinem Toast gab es noch einen „kleinen“ gemischten Salat, der alleine schon eine Hauptmahlzeit gewesen wäre.
Zum Abschluss gönnte ich mir dann noch den Mohnauflauf, der einfach traumhaft schmeckte. Das Essen sowie zwei Getränke kamen dann auf 28,40. Ein moderater Preis und absolut angemessen für die Portionsgröße. Besonders erwähnenswert ist hier noch der nette Kellner, der von meinem Talent Essen verschwinden zu lassen, höchst beeindruckt war.
Alles in allem ein wirklich toller erlebnisreicher und magenfüllender Tag, den ich mit Sicherheit wiederholen werde.

Mohntörtchen

Gallerie

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