Irland: Eine Reise ans Ende der Welt-oder in eine andere Galaxie?

Irland: Eine Reise ans Ende der Welt-oder in eine andere Galaxie?

Kein Wunder das Luke sich hier versteckt hielt..

Spätestens seit Star Wars: Das Erwachen der Macht kennen eingefleischte Fans die kleine Insel etwa 12 km vor der Küste von Kerry, Irland. Denn hier findet Rey am Ende Luke Skywalker. Wart ihr erst einmal dort, versteht ihr auch, wieso er diesen Ort gewählt hat, um sich zu verstecken.
Von den Dreharbeiten erfuhr ich erstmals während der etwa 45-minütigen Fahrt zur Insel. Denn auf unserem Boot befand sich eine amerikanische Journalistin, die für Interviews anreiste und bei deren Fragen ich etwas gelauscht habe.

Seekrank? Ich doch nicht!

Los geht es früh morgens in einem kleinen typisch irischen Fischerdorf: Portmagee. Ich war bereits etwas früher da, so konnte ich mir in einer kleinen Bäckerei noch Tee und Kuchen als Proviant für die Fahrt besorgen. Denn die Fahrt auf die Insel dauert etwa 45 und ist an und für sich schon ein Erlebnis. Bei starkem Wellengang kann man schon etwas seekrank werden. Ich bin normalerweise durchaus seetauglich, aber hier hatte auch ich ziemlich zu kämpfen. Auf dem Weg zur Insel sahen wir neben Robben auch Delfine und allerhand seltener Vögel.
Nach etwa 30 Minuten wurde mir dermaßen übel, dass ich mich auf die Brücke (Fahrerhäuschen) zurückziehen wollte. Dabei legte ich, wie für mich üblich, einen Stunt auf dem glitschigen Boden hin.
Da mich ein netter Seemann auffing und sicher zum Kapitän brachte, konnte ich auch mit ihm noch ein kurzes Pläuschen halten. So erfuhr ich, dass er die meiste Zeit des Jahres als Fischer arbeitet. In den wenigen Monaten, in denen man Skellig Michael anfahren kann, schippert er Touristen auf die Insel und verbreitet während der Fahrt mit Geschichten und Liedern gute Laune.

Willkommen in der vergessenen Welt..

Nach etwa 20 Minuten sieht man die Insel endlich etwas genauer und das ist ehrlich gesagt ziemlich eindrucksvoll. Dort, mitten im Meer, ragt der gigantischer Fels in die Höhe. In dem Moment fühlte ich mich ein wenig, als würde ich eine vergessene Welt entdecken. Einzig die Flugsaurier  fehlten.
Die Insel ist etwa 22 Hektar groß. Über etwa 618 Stufen erreicht man, in einer Höhe von etwa 180 Metern, eine mittelalterliche Mönchssiedlung, die im 7 Jh. gegründet wurde. 180 Meter klingt jetzt nach nicht sehr viel, bedenkt man aber welcher Steigung das entspricht, ist es eine ganz schön abenteuerliche Klettert

Safety First!

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung geht es gut 618 Stufen zur Mönchssiedlung hinauf. Der Aufstieg, ohne Geländer, ist ein wenig abenteuerlich, kämpft man doch immer wieder mit starken Windböen und glitschigen Felstreppen. Oben angekommen kann man die Felsbauten der Mönche bewundern. Im Sommer gibt es auch einen Guide, der allerhand über das beschwerliche Leben der Mönche sowie die unzähligen teilweise sehr seltenen Seevögel zu berichten weiß. Im Sommer kann man dort auch Papageientaucher beobachten, an die man teilweise sehr sehr nahe herankommt. Leider waren wir dafür schon zu spät dran.

Kann ich bitte retour schwimmen?

Vor der Rückffahrt hatte ich ehrlich gesagt eine Heidenangst. Die letzten 15 Minuten der Hinffahrt kamen mir vor wie Stunden, in denen ich dachte, ich müsste sterben. Auf meine Frage hin, ob ich vielleicht zurückschwimmen könnte, versicherte mir der Kapitän, dass ich keine Angst haben müsste, da die wir nicht mehr gegen die Wellen anfahren würden und so war es freilich auch.
So konnte ich die Fahrt vorbei an der etwa 7 Hektar großen Insel "Little Skellig" wirklich genießen. Die Insel darf nicht betreten werden, da sie unter Naturschutz steht. Auf ihr ist, mit rund 27.000 Brutpaaren, die zweitgrößte Basstölpel Kolonie der Welt beheimatet. Schaut man vom Skellig Michael auf den Little Skellig, so wirkt dessen Spitze schneebedeckt. Erst wenn man näherkommt, sieht man das es sich dabei um tausende Vögel und deren Hinterlassenschaften handelt. Dort sahen wir neben tausenden Basstölpel auch Robben.

Abschleppen?

Auf der Rückfahrt blieb eines der Schiffe plötzlich liegen. Aber wie in Irland üblich gibt es keine Probleme, sondern nur Lösungen. Kurzerhand schleppte unser Kapitän, unter Mithilfe der Gäste, und nein ich bin dabei nicht über Board gegangen, das andere Boot ab. Eine wirklich witzige Aktion.

Man fühlt sich ein wenig aus der Zeit geworfen, auf dieser kleinen Insel mitten im Meer. Die Fahrt sowie die Klettertour auf den Skellig Michael sind wirklich ein Abenteuer. Kapitän sowie Crew unterhalten mit so manch lustiger Geschichte. Aber auch Informationen kommen nicht zu kurz. Außerdem war unser Kapitän ein begeisterter Sänger und gab während der Fahrt das ein oder andere Lied zum besten. Abschließend lässt sich sagen, dass der Ausflug mit 60€ pro Person sicherlich nicht günstig ist, sich aber auf alle Fälle lohnt.

5 comments

  1. Josef Bauer says:

    Ich bin dankbar für diesen Bericht. Ich habe ein Buch gelesen über die Kelten und die junge katholische Kirche, welche sich mithilfe des Römischen Reiches bis Irland ausbreiten wollte, was sich aber eher schwierig darstellte. Dabei wurde von einer abgelegenen Insel berichtet, wo ein Monasterio errichtet wurde. Als ich die Insel sah, ohne den Text gelesen zu haben, wusste ich sofort (Eingebung?), dass es sich um diese Insel handeln muss. Ich freue mich über Ihren Bericht und die Fotos.

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