Grazer Uhrturm

Grazer Uhrturm

Im September war ich für einige Stunden in Graz zu besuch und beschloss das herrliche Wetter für einen Spaziergang auf den Grazer Schlossberg zu nutzen.

Lift, Schlossbergbahn oder zu Fuß?Kriegssteig

Vom Schlossbergplatz zum Grazer Uhrturm kommt man, neben dem Lift bzw. der Schlossbergbahn, über genau 260 Stufen über den „Kriegssteig“ zum Uhrturm. Wer mich schon von Google+ kennt, der weiß, wenn es Stiegen gibt, dann kenne ich kein Halten mehr.  Also habe ich natürlich den „Kriegssteig“ benutzt, der wegen seiner herrlichen Ausblicke zu wirklich zu empfehlen ist.

Gebaut wurde der Steig von 1914-1918 mit Hilfe österreichischer Pioniere sowie russischer Gefangener. Den Namen gab ihm die Bevölkerung, da er während des Ersten Weltkrieges angelegt wurde. Während der kurzen Wanderung auf den Schlossberg bieten sich einem immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Stadt. Hier hat man einen tollen Blick auf das Kunsthaus, das seinem Namen wirklich alle Ehre macht.

Oben angekommen laden Parkbänke und Rasenflächen zum Verweilen ein. Auch einige Cafés bieten einen Platz im Schatten, die Preise sind hier jedoch dementsprechend gehoben.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Der Grazer Uhrturm wurde bereits im 13. Jh. zum ersten Mal erwähnt, jedoch bekam er erst im 16. Jh. sein heutiges Aussehen.
Wer genauer hinschaut, dem wird auffallen, dass etwas mit den Zifferblättern „nicht stimmt“.

Ursprünglich gab es nämlich nur die Stundenzeiger, die Minutenzeiger kamen erst später dazu. So kam es, dass die Zeiger vertauscht sind. Der große Zeiger steht für die Stunden (weil er im früherer Zeit so weithin sichtbar war) der kleine Zeiger für Minuten.

Lumpenglocke?Grazer Uhrturm

1712 baute Michael Sylvester Funck das Uhrwerk, das auch heute noch funktioniert, jedoch wird die Uhr seit Mitte des 20. Jh. elektrisch betrieben. Drei Glocken sind im Uhrturm noch erhalten. Die Feuerglocke, gegossen 1645, läutete bei Bränden in der Stadt. Die Stundenglocke, gegossen 1382, läutet die Stunde. Die Armesünderglocke, gegossen ca. 1450, hat ihren Namen, da sie früher bei Hinrichtungen geläutet wurde. Im 19. Jh. erinnerte sie Nachtschwärmer an die Sperrstunde, weshalb sie auch den Namen „Lumpenglocke“ trägt.

An den Ecken des Turms sind Wappen zu sehen, die einst die Befestigungsanlagen des Schlossbergs zierten. Der steirische Panther mit dem Herzoghut der Steiermark (ca. 1570), der einköpfige Adler das Wappen Kaiser Ferdinand I (ca. 1552) und der Doppeladler mit Initialen von Maria Theresia (18 Jh.)

Egal ob ihr euch, wie ich, für Geschichte interessiert oder nur einen herrlich ruhigen Tag mit wunderbarem Ausblick genießen wollt, der Schlossberg hat jedem etwas zu bieten!

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