Irland: Road Trip oder Ferienhaus?

Irland: Road Trip oder Ferienhaus?

Diejenigen, die mich schon kennen wissen, ich liebe Irland. Seit ich denken kann, wollte ich unbedingt in dieses, für mich, magische Land. Aber wie stellt man das mit kleinem Budget am besten an?
Zweimal war ich jetzt auf der grünen Insel. Bei beiden Besuchen war es mir wichtig, mobil zu sein und soviel wie möglich von der Insel zu sehen. Ich wollte auf Berge klettern, in den Nationalparks Wandern, etwas Kultur genießen und abends die Pubs in den Städten besuchen.

Der Road Trip

Bei meiner ersten Reise nach Irland hatte ich nur den Flug und einen Leihwagen gebucht. Es sollte doch nicht so schwer sein, einen Platz zum Schlafen zu finden. Weit gefehlt, gerade in der Hauptsaison sollte man unbedingt reservieren. Zwar habe ich jeden Tag einen Schlafplatz gefunden, aber die Suche kostete mich meist den halben Tag und war echt nervig.

Die Kosten

Die Zimmerpreise in Irland und Nordirland werden meistens pro Zimmer gerechnet. Egal ob im Hotel oder im B&B. Wenn man also zu zweit unterwegs ist, kostet einem das Zimmer nur die Hälfte. Der Preis lag sowohl für B&B´s als auch für Hotels bei etwa 70 € pro Nacht.
In manchen Hotels gibt es Last-minute-Angebote, die wirklich großartig sind. So habe ich eine Nacht in einem Penthouse in Limerick verbracht, und das für gerade mal 90€. Nachdem ich bereits eine Woche unterwegs war, musste ich mir diesen Luxus, mit Blick über die Stadt, einfach gönnen.
Am besten ist es, morgens im Hotel noch schnell Booking.com oder Airbnb zu durchforsten und direkt etwas für den Abend zu buchen. Keine Ahnung, was ich dort ohne Internet gemacht hätte.

Vorteile

So könnt ihr die ganze Insel sehen und spontan entscheiden, irgendwo zu bleiben oder weiterzuziehen. Oft war es so, dass mir Hosts wirklich tolle Orte empfohlen haben, die ich bei einer fixen Planung niemals gesehen hätte. Außerdem lernt man viele nette Menschen kennen, kommt mit ihnen ins Gespräch und schließt, im besten Fall, neue Freundschaften.

Nachteile

Der Preis! Man weiß nie, mit welchen Kosten man genau rechnen muss. Zwar kann es einem in Irland schon mal passieren, dass man irgendwo gratis oder sehr sehr günstig übernachten kann, aber gerade wenn es um die Kosten einer Reise geht, sollte man sich nicht darauf verlassen. Außerdem lebt man aus dem Koffer. Jeden Abend einen Teil des Koffers aus- und morgens wieder einzupacken ist ziemlich nervig. Vor allem wenn man länger unterwegs ist. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die, mmh, sagen wirs mal so, weniger umgänglichen Menschen. In Irland sind alle wirklich freundlich und bemüht, allerdings gibt es auch die B&B ́s die Wert auf Gruppenaktivitäten á la Vogelbeobachtung oder Ähnlichem legen. Das ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Ein netter Plausch ja, Gruppenaktivitäten, zu denen man genötigt wird, eher nicht.

Fazit

Ein Road Trip durch Irland ist eine tolle Sache, denn es gibt auf der Insel wirklich unheimlich viel zu sehen. Auch ohne Zimmerbuchung ist das außerhalb der Saison mit Sicherheit gut möglich.
Ich würde es aber dennoch nicht empfehlen. Sollte dann etwas schief gehen und ihr findet an einem Tag nichts, wird das echt stressig und meist auch sehr teuer.

Das Ferienhaus

Letztes Jahr wollte ich es dann etwas ruhiger angehen. Deshalb bin ich zum einen in der Nachsaison, Ende September, nach Irland geflogen, zum anderen habe ich mir neben dem Leihwagen diesmal ein Ferienhaus gebucht. So ist man zwar nicht ständig auf Achse, kann sich aber dennoch einige in der Umgebung ansehen.

Die Kosten

Wenn ihr ein Ferienhaus in der Vor- oder Nachsaison bucht, kostet es nur einen Bruchteil. Wir sprechen hier von 200 € aufwärts, die man sich sparen kann. Außerdem haben die meisten Ferienhäuser mehrere Zimmer. Wenn man mit einer kleinen Gruppe anreist, kann man sich so einiges an Kosten sparen.
Ein weiterer Vorteil hier ist, dass man selber kochen kann und somit weiter spart. Das ist wirklich ziemlich fein, bedenkt man, was sonst pro Tag an Restaurantkosten auf einen zukommen.

Vorteile

Im Gegensatz zum Road Trip ist hier ganz klar der Kostenfaktor um einiges niedriger. Zum einen spart man an den Zimmerpreisen und weiß bereits vor der Reise genau, welche Kosten auf einen zukommen, zum anderen kann man die Ausgaben für Essen um einiges senken. Außerdem, was gibt es besseres als Abends mit einem Cider vor dem Kamin zu gammeln?

Bereits nach kurzer Zeit kannte ich die besten Restaurants und Kaufhäuser im Ort, schloss Bekanntschaft mit netten Menschen im Pub und hatte bald die Geheimtipps in der Region ausgekundschaftet. Das geht nur, wenn man mehrere Tage vor Ort ist. Außerdem ist man absolut ungestört, das heißt, man kann kommen und gehen, wann man will. Das war in B&B ́s zwar auch möglich aber etwas schwieriger, da man wegen Frühstück, Hausschlüssel usw. bescheid geben musste.

Kaminfeuer

Nachteile

Ist man so wie ich ein unruhiger Geist, muss man auch weitere Strecken in kauf nehmen. Das ist, für mich, an und für sich nicht schlimm. Allerdings wird es nach dem vierten oder fünften Tag langweilig, passiert man doch immer wieder dieselben Streckenabschnitte.
Außerdem sieht man freilich nicht so viel wie bei einem Road Trip.

Fazit

Wenn ihr damit zufrieden seid, nur einen Teil der Insel anzusehen, und glaubt mir, da gibt es unendlich tolle Ecken, dann seid ihr mit einem Ferienhaus bestens und mit Sicherheit am preiswertesten beraten. Nach einem langen Tag in Cork oder beim Wandern, ist es herrlich, vor dem Kamin zu lümmeln. Man muss sich nicht mehr extra fürs Weggehen schick machen und kann den Abend gemütlich im Ferienhaus ausklingen lassen.

Für meinen nächsten Trip nach Irland, werde ich definitiv beides einplanen. Einige Tage Road Trip mit verschiedenen Unterkünften. Allerdings nie wieder ohne Buchung. Und einige Tage in einem Ferienhaus, um dann wieder zur Ruhe kommen zu können und vor dem Kamin die Seele baumeln zu lassen.
Egal, für was ihr euch entscheidet, Irland ist eine wunderschöne Insel mit unheimlich netten zuvorkommenden und geselligen Menschen. Für mich ist und bleibt Irland ein absolutes Highlight!

 

Abenteuer Road Trip – Irlands Straßen