Killarney Nationalpark – Wandern durch Irlands Geschichte

Killarney Nationalpark – Wandern durch Irlands Geschichte

Während meiner letzten Reise nach Irland verbrachte ich auch einen Tag in Killarney. Dort gibt es neben Muckross House, ein herrschaftliches Anwesen inmitten des Killarney-Nationalparks, auch eine traditionelle Farm, so wie sie früher in Irland üblich war, zu sehen. Außerdem bietet der Killarney-Nationalpark einige wunderschöne Wanderwege und spektakuläre Aussichten auf die Seenlandschaft des Nationalparks. Dem noch nicht genug, steht im Park eine alte Klosteranlage, die Plünderungen und Bränden standgehalten hat, ohne ihre mystische Aura zu verlieren. Muckross House and Gardens.

Spaziergang, Kutschfahrt oder Parken vor dem Haus?

Wenn euch Downton Abbey gefallen hat, solltet ihr euch unbedingt Muckross House ansehen.
Schon, wenn man den Park betritt, wird klar, wie großräumig das Areal hier ist. Es gibt verschiedene Parkmöglichkeiten, je nachdem wie gut ihr zu Fuß seid, könnt ihr in der Nähe von Muckross Abbey oder direkt vor Muckross House parken. Gebühren werden hier keine verlangt. Ich kann den Spaziergang von der Abbey, etwa 2 km, von der ich später mehr berichten werde, allerdings nur empfehlen. Es gibt auch die Möglichkeit mit einer Kutsche durch den Park zu fahren und alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Allerdings solltet ihr hier sehr vorsichtig sein, und die Preise der verschiedenen Fahrer vorher vergleichen, sonst erlebt ihr am Ende womöglich eine böse Überraschung. Denn scheinbar macht hier jeder seinen eigenen Preis. Die meisten Kutscher sind sehr bemüht und erzählen viel über Flora und Fauna des Parks, zur Geschichte der Abbey sowie von Muckross House, allerdings gibt es auch andere, weniger bemühte Fahrer.

Muckross House

Die Führung

Das Gebäude kann nur im Rahmen einer Führung, für Erwachsene 9€ besichtigt werden. Ihr solltet euren Besuch am besten mit den Zeiten für die Führungen abstimmen, diese findet ihr auf der Homepage von Muckross House, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Das großzügige Anwesen bietet im Inneren so einiges. Neben den Prunkräumen der Herrschaft finden sich Gesinderäume und eine Großküche, selbst die Glocken, mit denen nach dem Personal geläutet wurde, sind noch erhalten. Für eingefleischte Fans solcher Anwesen sicherlich ein tolles Erlebnis, jedoch gibt es in Irland einige solcher Häuser, die liebevoller eingerichtet sind und teilweise auch noch bewohnt werden.
Ich persönlich fand die Führung etwas langatmig, auch wenn der Guide sehr bemüht war. Das Haus wirkte einfach nicht mehr bewohnt. Da ist mein Anspruch vermutlich sehr hoch, aber wer in Irland bereits in mehreren solchen Anwesen war, wird verstehen, was ich meine. Der Eintrittspreis für das Haus beträgt 9 € und das fotografieren im Inneren ist leider untersagt.

Muckross House and Garden

Die bewegte Geschichte des Anwesens bis hin zu Irlands erstem Nationalpark

Während der Führung erfährt man so, dass Muckross House in den Jahren 1839-1843 nach den Plänen von William Burn errichtet wurde. Der Bau wurde von Familie Herbert in Auftrag gegeben, die ursprünglich aus Wales stammten.
1861 verweile Königin Victoria einige Tage in Muckross House, dafür wurde das Haus weiter ausgebaut. Dafür verschuldete sich die Familie Herbert, wodurch sie letztendlich das Anwesen verloren. Danach ging der Herrschaftssitz in das Eigentum von Lord Ardilaun über, welcher es seiner Tochter zur Hochzeit schenkte.
In deren Besitz wurde der Garten neu gestalten. Eine wirklich wunderschöne Anlage, durch die sich ein Spaziergang lohnt. Nachdem die Tochter von Lord Ardilaun sehr jung verstarb, verschenkte ihr Gatte den Besitz an den irischen Staat, der sich dazu verpflichtete das Anwesen in Gänze weiterzuführen. So wurde Muckross House und die dazugehörigen Ländereien zum ersten Nationalpark Irlands.

Muckross Abbey - Ein magischer Ort

Mein absoluter Favorit im Killarney Nationalpark.. Etwa zwei Kilometer vom Haupthaus entfernt liegt, inmitten eines Friedhofs, Muckross Abbey. Von außen sieht die ehemalige Klosteranlage recht unscheinbar aus, betritt man allerdings den Innenhof, entfaltet das Gemäuer seinen mystischen Charme.

Ein erster Blick auf Muckross Abbey

Unzerstörbar

Durch einen Kreuzgang sieht man plötzlich inmitten des Klosters eine mächtige Eibe. Der Baum wirkt dort drinnen irgendwie befremdlich, aber auch absolut faszinierend. Das Kloster wurde 1340 von Franziskanern gegründet, aber bald wieder aufgegeben. 1448 nahm sich dann Donal McCarthy Mor dem Gebäude an und ließ es wiederherstellen. Die Anlage wurde im Laufe der Jahre mehrmals fast komplett zerstört. Einzig die Eibe inmitten des Kreuzganges überdauerte die Zeit. Das Beste, es gibt im Inneren viele versteckte Treppen über, die man bis hoch in die Türme kommt. Wie in Irland üblich ist nichts abgesperrt oder gesichert und so hat man einen tollen Blick auf den Innenhof bzw. die umliegende Landschaft. Der Eintritt zur Abtei ist kostenlos.

Die mächtige Eibe in Muckross Abbey

Muckross Traditional Farms

Neben Muckross House gibt es auch noch die Möglichkeit Muckross Traditional Farms zu besuchen. Hierfür muss man noch mal 9€ Eintritt berechnen. Allerdings gibt es hier auch ein Kombiticket für 15 € (House and Farms).

Bauernhaus, Killarney

The Bean

Muckross Traditional Farms ist quasi ein Freilichtmuseum, indem man das einfache Leben der irischer Bauern auf vergangenen Jahren erleben kann. Hier werden einfache Bauernhäuser bis hin zu den schon recht prachtvollen Sitzen der Vorsteher zu sehen. Schon von Weitem sah ich den Rauch aus dem Kamin des einfachen Bauernhauses aufsteigen. Der Geruch von Torf lag in der Luft. Denn die Häuser werden nach wie vor bewirtschaftet und so traf ich „the Bean“, die Dame des Hauses, die gerade frisches Brot und Butter vorbereitet hatte und mich auf eine Kostprobe einlud. Während ich meine Jause zu mir nahm, unterhielt ich mich mit dieser netten älteren Dame, die mir vieles über das beschwerliche Leben der irischen Bauern erzählte.

Einfaches Bauernhaus, Irland, Killarney

Ein Spaziergang durch Irlands Geschichte

Kommt man zu den Unterkünften der größeren und wohl wohlhabenderen Bauern, trifft man auch vermehrt auf Tiere. So einige Pferde, Katzen, Kühe usw. Überall trifft man Menschen, die sich gerne Zeit für ein Schwätzchen und für Fragen der Besucher nehmen.
Für jeden, der sich für die Landwirtschaft im Wandel der Zeit und das Leben der einfachen Bauern interessiert, ist der Besuch mit Sicherheit zu empfehlen.
Ein wirklich netter Spaziergang, durch die Geschichte Irlands.

Pferd, Muckross Traditional Farms

Killarney National Park

Wie bereits oben erwähnt, gibt es hier einiges zu sehen. Allerdings gilt hier, wie meistens in Irland, die Natur, die Landschaft, sind die Hauptattraktion.

Blick auf den Killarney Nationalpark

Wandern durch die spektakuläre Landschaft

Der Killarney-Nationalpark ist 102 km² groß und umfasst drei Seen. Den Muckross Lake, den Upper Lake sowie den Lough Leane. Diese füllen mehr als 22 km² des Parks aus. Die wohl schönste Art den Nationalpark zu erkunden ist zu Fuß.
Denn es gibt zahlreiche Wanderwege durch den Park sowie eine Fähre, mit der man teilweise die Seen überqueren kann. Außerdem führt der Fernwanderweg „Kerry Way“ durch Teile des Parks, der insgesamt 214 km lang ist. Egal ob ihr nur eine „kurze“ Runde durch den Nationalpark gehen wollt, oder vorhabt mehrere Tage dort zu verbringen, hier werdet ihr mit Sicherheit fündig.

Wandern im Killarney Nationalpark

Das beste kommt zum Schluss - The „Ladies View“

Mein absolutes Highlight kommt freilich am Ende. Der Ladies View.
Von dort sich mir ein grandioser Ausblick auf den Park sowie den Upper Lake, den bereits die Hofdamen von Königin Victoria genossen haben. Jedes Mal, wenn ich mir die Bilder von dieser Landschaft ansehe, kann ich nicht glauben,dort gestanden zu haben. So unwirklich schön, so absolut stimmig ist die Landschaft des national Parks. Wem die Wanderung dorthin zu anstrengend ist, der kann ganz einfach mit dem Auto zum Aussichtspunkt fahren, dort gibt es auch ein nettes Café, in dem man neben einer heißen Tasse Tee auch einen äußerst leckeren Schokokuchen bekommt. Für meinen nächsten Irlandbesuch plane ich einige Tage ein, um durch den nationalpark zu wandern und so diesen herrlichen Ort genauer zu erkunden.

Killarney Nationalpark

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen, um Killarney und seine Sehenswürdigkeiten zu besuchen, solltet ihr mehrere Tage einplanen. Am besten habt ihr Wanderschuhe im Gepäck und macht so den Nationalpark und die Umgebung unsicher.
Die Gegend hat wirklich einiges zu bieten! Da wäre beispielsweise der Torc-Wasserfall, Innisfallen Island und Innisfallen Abbey oder Ross Castle, wo ihr sehen könnt, wie ein Clanhäuptling früher gelegt hat. Aber auch die Gap of Dunloe, mit der kurvenreichen Straße und der überwältigend schönen Natur ist einen Besuch wert.

Torc-Wasserfall, Killarney

Gallerie

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