Soweit die Füße tragen – Mit Schneeschuhen auf den Zirbitzkogel

Soweit die Füße tragen –  Mit Schneeschuhen auf den Zirbitzkogel

Mitten in meiner Heimat, dem steirischen Zirbenland, liegt der Zirbitzkogel. Viele Wege führen im Sommer sowie auch im Winter auf den 2.396 m hohen Gipfel. Heute nehme ich euch mit auf eine Schneeschuhtour durch das tief verschneite Winterwunderland meiner Heimat, bis hinauf auf den Gipfel mit toller Fernsicht!

Der Zirbitzkogel

In meiner wunderschönen Heimat, der Steiermark, liegt der Zirbitzkogel. Wir nennen ihn liebevoll unseren Hausberg. Mich persönlich treibt es mehrmals im Jahr auf den rund 2.396 m Gipfel. Die wunderschöne Natur der Gegend fasziniert mich jedes Mal aufs Neue! Langweilig wird’s dabei nicht, denn, man hat die Wahl zwischen 10 verschiedene Touren, die auf den Gipfel führen. Darunter ist sogar ein kleiner aber durchaus feiner Klettersteig. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Wenn man im Winter auf den Gipfel will, dann kann man das entweder auf Tourenski oder auf Schneeschuhen. Da ich weder Tourenski noch Schneeschuhe besitze, man Schneeschuhe aber auf der Sabathyhütte für etwa 5 € leihen kann, gehe ich im Winter immer diesen Weg. Ist vielleicht nicht unbedingt der Einfachste, aber immerhin komme ich so zu meinen Schneeschuhen und damit auf den Gipfel!

Vorkenntnisse?

Wirkliche Vorkenntnisse fürs Schneeschuhwandern braucht es meiner Meinung nach nicht. Klar solltest du eine gute Kondition haben und dich im alpinen Raum auskennen, aufs Wetter achten und generell etwas Ahnung von der Bergwelt haben, aber das gilt fürs Wandern ja immer. Persönlich hab ich mir die Schneeschuhe einfach angeschnallt und bin damit auf den Berg gegangen. SO einfach kanns sein! Für alle, die sich jedoch unsicher sind, bietet der Tourismusverband des steirischen Zirbenlands auch Schneeschuhkurse und geführte Wanderungen an.

Wenn du dir beim ersten Mal Schneeschuhgehen die Strecke auf den Gipfel noch nicht zutraust, gibt es von der Sabathyhütte auch andere einfachere Touren wie z. B. auf den Speikkogel oder zur Winterleitenhütte.

Aufi auf den Berg!

Nachdem die Schuhe erst mal angeschnallt sind, geht’s direkt vom Alpengasthof Sabathy aus los immer dem Wanderweg 316 folgend. Man sollte beim Schneeschuhwandern allerdings penibel darauf achten, nicht auf die Spuren der Tourengeher zu kommen, da man ihnen sonst die „Spur“ zerstört. Also immer etwas seitwärts gehen, dann wird man auch nicht angepöbelt und es herrscht Frieden am Berg!

Vorbei an der Almrauschhütte geht es weiter bis zur Linderhütte. Dort findest du den nächsten Wegweiser. Von dort aus kommst du dann in ein herrlich verschneites Waldstück.

Jetzt geht´s erst mal eine ganze Weile bergauf.

Wenn du aus dem Wald herauskommst, liegt eine weite und tief verschneite Landschaft vor dir. Für mich jedes Mal einer der schönsten Anblicke, die es gibt! Von hier aus hast du auch einen tollen Blick ins Tal und bei gutem Wetter eine unglaubliche Fernsicht! Ab hier wirds auch etwas anstrengender, da es immer steiler wird... aber dran bleiben, es lohnt sich!

Jetzt wird´s steil!

Der letzte Abschnitt der Wanderung ist der schwerste. Hier ist es wirklich steil und serpentinenreich, außerdem ist es teilweise recht rutschig. Auch wenn der Schnee hier sehr hoch ist, blitzt hier und da ein Stein hervor. Also bitte aufpassen, wo du hintrittst.

Geschafft! Der Gipfel ist erreicht.

Endlich an der Hütte angekommen lohnt sich der kurze Weg bis zum Gipfelkreuz. Spätestens jetzt fühlst du dich wie der König der Welt!! Und du kannst auch echt stolz auf dich sein, immerhin hast du ein gutes STück Weg hinter dich gebracht. Zeit den herrlichen Rundumblick zu genießen, der dich für jegliche Strapazen entschädigt!. Außerdem bietet sich das Kreuz an, um Gipfelfotos zu machen.

Gleich neben dem Gipfelkreuz befindet sich eine „Schauplatte“, anhand derer du die umliegende Bergwelt und weit entfernte Gipfel benennen kannst. Um sich aufzuwärmen und kraft für den Rückweg zu sammeln, empfehle ich eine kurze Rast im Schutzhaus.

Aber Achtung! Das Schutzhaus hat im Winter nur am Wochenende bzw. in den Energieferien geöffnet!
In der Hütte gibt es einen superleckeren Früchtetee, der, auch wenn der Wirt es verneint, ziemlich gut gesüßt ist. Außerdem gibt es Butterbrot mit „echter“ Butter. Nach einer anstrengenden Tour ist das einfach perfekt und schmeckt besser als jedes vier Sterne Menü!

Abwärts

Noch ist es nicht geschafft. Denn, der Berg ist erst bezwungen, wenn du wieder sicher im Tal angekommen bist! Das ist ,nebenbei, einer meiner absoluten Lieblingssprüche! Zurück geht es nun wieder auf demselben Weg. Für das erste, recht steile Wegstück solltest du genügend Zeit einrechnen. Hier kommst du erst mal nur langsam voran.

Danach geht es dann recht flott zurück ins Tal.
Nachdem die Schneeschuhe wieder von den Füßen sind, empfehle ich die Einkehr in den Alpengasthof Sabathy. Das Essen hier liebe ich besonders. Es gibt hauptsächlich Hausmannskost und die Wirtsleute sowie das Personal, sind immer freundlich und für einen Schmäh zu haben. Zum Abschluss solltest du dir noch einen Zirbenschnaps genehmigen, immerhin hast du es dir heute wirklich verdient!

Eckpunkte der Tour

Eigentlich kannst du bei dieser Tour nicht viel falsch machen. Ja klar, das sagt sich jetzt einfach, da ich dort aufgewachsen und schon unzählige Male am Gipfel gewesen bin. Aber von der Sabathyhütte, siehst du den Gipfel die ganze Zeit. Es gibt die Spuren der Tourengeher, denen du folgen kannst und notfalls findet sich immer jemand, den du fragen kannst. Auch bei der Sabathyhütte direkt bekommst du immer Auskunft, auch per Telefon, falls du Infos zu Schneelage möchtest oder ggf. Schneeschuhe reservieren willst.

Die gesamte Wegstrecke von der Hütte bis zum Gipfel beträgt 8km bei einem Höhenunterschied von etwa 656 m. Je nach Kondition solltest du um die 5 h einrechnen. Und wie schon im Punkt Vorkenntnisse erwähnt bietet der Tourismusverband der Gegend Kurse an bzw. gibt es auch einfachere Strecken, gerade für Anfänger.

 

Die Bilder

Wie du wahrscheinlich bereits vermutet hast, sind die Bilder an verschiedenen Tagen entstanden. Zwar bin ich jedes Mal von der Sabathy auf den Zirbitz, allerdings waren die Wetterbedingungen sehr unterschiedlich.

Was man an den Bildern kaum erkennen kann, bzw. kaum jemand vermutet, waren die Bedingungen für die Tour an dem schönen Tag, mit blauem Himmel weitaus schlechter als bei den Bildern mit grauem Himmel und Nebel im Tal.

Die Fernsicht an dem schönen Tag war ein absoluter Traum, so was hat man nur ganz ganze selten und ich freue mich heute immer noch über das Glück, das ich damals hatte. Allerdings war es auch unglaublich kalt. Bereits im Tal hatte es Minusgrade. Am Berg, gerade am letzten Stück auf dem Gipfel und am Gipfelkreuz war es beinahe unerträglich! Es wehte ein eiskalter Wind, die Automatik meiner Kamera gab bei einem Windchill-Faktor von -30° auf und meine Haare sind gefroren. Wirklich sehr ungastliche Bedingungen. Dementsprechend kurz war die Rast am Gipfel.

Bei den Aufnahmen mit Nebel im Tal war es warm. Sehr warm. Teilweise konnte ich mit kurzem Shirt gehen. Klingt jetzt vielleicht ganz nett, jedoch war der Schnee unendlich klebrig und blieb ständig an den Schneeschuhen hängen. Mit 2-3 kg mehr am Bein, geht es sich dann dementsprechend schwer und ständig die Schuhe vom lästigen Schnee befreien  zu müssen, war auch recht mühsam. Diese Tour hätte ich am steilsten Teil beinahe abgebrochen. Ich lief bereits ein ganzes Stück zurück, ehe mich der Ehrgeiz doch wieder packte und ich doch noch auf den Gipfel ging. Der Anblick des in Raueis gepackten Gipfelkreuzes, entschädigte mich für sämtliche Strapazen! Anhand von Raueis könnt ihr auch immer sehen aus welcher Richtung der Wind kam. Denn Raueis "wächst" immer gegen die Windrichtung.

Es ist eben nicht immer alles schön oder einfach, auch wenn es für Außenstehende dann oft so aussieht. Aber was wäre das Leben ohne Abenteuer!!

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