Städtetrip Düsseldorf – Kunst, Natur und leckeres Essen

Städtetrip Düsseldorf – Kunst, Natur und leckeres Essen

Vor kurzem war ich in Düsseldorf um Freunde zu besuchen und mir von ihnen die Stadt am Rhein zeigen zu lassen.
Sucht man im Internet nach Sehenswürdigkeiten in der Stadt gestaltet sich die Info dazu recht übersichtlich. Schnell wird klar, Düsseldorf ist eine Künstlerstadt. Es gibt zahlreiche Ateliers und Kunstmuseen, aber was hat die Stadt sonst noch zu bieten und was muss man gesehen haben, wenn man dort ist? Dieser Frage bin ich nachgegangen und möchte meine Top 10 heute mit euch teilen.

Die Kö, Justin Bieber in Unterwäsche und Papageien

Die Königsallee, kurz Kö ist die Einkaufsmeile der Schönen und Reichen.
Zugegeben, es lohnt sich dort entlang zu flanieren, auch wenn man sich dort nichts leisten kann oder will. Alleine die Auslagen und die Menschen, die man dort zu sehen bekommt, sind einen Besuch wert. Außerdem ist die Königsallee wirklich sehr schön, bietet sie doch ein wenig Natur mitten in der Großstadt. Die mächtigen alten Platanen links und rechts des Stadtgrabens sind schon etwas Besonderes.
Wenn man hier genau in die Bäume schaut, sieht man etwas, dass man in der Großstadt wohl kaum erwarten würde. Papageien. Sogar sehr sehr viele Papageien. Denn, in der ganzen Stadt gibt es die sogenannten Halsbandsittiche. Die munteren grünen Kerlchen zeigen kaum noch scheu vor dem Menschen, sodass man sie wirklich gut beobachten kann. Für mich ein absolutes Highlight, mit dem ich in einer deutschen Großstadt mit Sicherheit nicht gerechnet hätte.
Leider war das Objektiv, das ich dabei hatte, nicht gut genug um die possierlichen Tierchen vernünftig abzulichten.
Während meines Aufenthalts in Düsseldorf waren die Brücken, die über den Stadtgraben führen, leider total mit Werbung verkleidet. So konnte ich die Kö nicht in ihrer vollen Pracht ablichten. Für Justin Bieber Fans wäre es sicherlich toll gewesen, denn der Sänger war auf diesen Plakaten nur spärlich bekleidet abgebildet und auf jeder Brücke zu sehen.
Ich für meinen Geschmack, hätte darauf verzichten können, die „klassische“ Kö ist doch um einiges ansehnlicher 😉

Der Kö-Bogen, Breuningers und der Hofgarten

Von der Kö sollte man einen kurzen Abstecher in das Luxus Kaufhaus Breuninger machen. Dort fühlt man sich ein wenig wie in den großen Kaufhäusern in New York. An jeder Ecke stehen Verkäufer, bereit Proben zu verteilen oder ihre Hilfe anzubieten. Schlendert man durch das Kaufhaus gelangt man in den Hofgarten. Von dort bietet sich euch noch mal ein toller Blick in Richtung Kö-Bogen, das Gebäude, welches der bekannte New Yorker Architekt, Daniel Libeskind entworfen hat.
Obwohl nach wie vor mitten in der Stadt, findet man sich nun in der Natur wieder. Hier blühen Zierkirschen, Gänse und Schwäne tummeln sich im Wasser und der Park lädt zum Verweilen ein.
Meine Freunde erzählten mir von einem großen Sturm, der hier 2014 gewütet hat.
Zwar konnte ich nichts mehr davon sehen, nach einer kurzen Recherche wurde mir aber schnell klar, dass die Ausmaße verheerend waren.

Radfahren entlang des Rheins

Eines sollte man während eines Aufenthalts in Düsseldorf unbedingt machen. Eine Radtour entlang des Rheins.
Für mich war die Tour nicht unbedingt einfach. Zum einen war mein Fahrrad zu groß, sodass ich weder mit den Füßen gut den Boden erreichen konnte, zum anderen war die Lenkstange zu weit entfernt, sodass ich am Ende einen komplett verspannten Rücken hatte.
Dennoch fand ich die Tour toll. War sie doch etwas, dass ich von mir aus nie gemacht hätte. Außerdem lernt man die Stadt auf dem Fahrrad von einer komplett anderen Seite kennen. Gerade Düsseldorf hat so viele Grünflächen, Parks und toll ausgebaute Radwege zu bieten, da sollte man sich eine Tour nicht entgehen lassen.

Altstadt: Andreaskirche, Schneider-Wibbel-Gasse und die „Längste Theke der Welt“

Zurück in der Altstadt zog es mich direkt in die Andreaskirche. Und die wird ihrem Ruf als eine der schönsten Barockkirchen des Rheinlands wahrlich gerecht. Das Innere ist reich verziert mit Stuck und Gold, wunderschöne Blumenarrangements zieren die Gänge sowie den Altar. Auch wenn ich mich als Atheist sehe, ziehen mich Kirchen und ihre Architektur immer wieder in ihren Bann. Die Kirche, welche dem Apostel Andreas geweiht ist, wurde 1622 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt und erst von 1960 bis 1971 wieder aufgebaut.
Nachdem ich die Andreaskirche verlassen hatte, zog es mich in die Schneider Wibbel Gasse. Dort reiht sich Restaurant an Restaurant. Überall stehen Standheizer und so kann man auch in der kühleren Jahreszeit im freien Platz nehmen und das Gewusel auf den Straßen beobachten. Außerdem gibt es in der Straße ein Glockenspiel, das um 11, 13, 15, 18 und 21 Uhr erklingt. In der Altstadt gibt es über 260 Lokale, die sich nebeneinander drängen. Von Restaurants über Bierhäuser bis hin zu Cafés und Kneipen findet man hier alles. Nicht umsonst wird die Altstadt auch „Längste Theke der Welt“ genannt. Ich war zwar abends nur einmal unterwegs, aber ich kann euch sagen, da ist was los!

Rheintreppe, Rheinwiesen und „Rasenmäher“

Geht man von der Altstadt Richtung Rhein, kommt man zur Rheintreppe. Dort trifft sich die Jugend von Düsseldorf. Bei mitgebrachten Essen und Trinken sitzt man hier gemütlich zusammen und sieht den Straßenkünstlern zu, die hier, in den Sommermonaten ihre Talente zur Schau stellen.
Bei meinem Besuch, wohl wegen des schlechten Wetters, war hier leider absolut nichts los. Aber im Sommer könnte ich mir schon vorstellen, den einen oder anderen Abend hier zu verbringen.
Wirft man nun einen Blick über den Rhein in Richtung Oberkassel, kann man die „Rasenmäher“ von Düsseldorf bei der Arbeit beobachten. Zuerst war ich total perplex, hatte ich doch nicht damit gerechnet, in einer Großstadt wie Düsseldorf auf eine Schafherde zu treffen. Sofort erinnerte mich der Anblick an Irland. Ich war begeistert.
Mir wurde erklärt, dass diese Schafherde in Düsseldorf wohl schon eine lange Tradition hat, dass es (früher?) einen Hirten gab, der die Herde bewachte und dass es eine günstige Lösung ist, um die Rheinwiesen nicht überwuchern zu lassen.
Eine tolle Idee, wie ich finde, die dieser schönen Stadt nur noch mehr Charme verleiht.
Die Rheinwiesen dienen den Düsseldorfern aber nicht nur zur Erholung, sondern sind jedes Jahr auch Veranstaltungsort der Rheinkirmes.

Fernsehturm und „tanzende“ Häuser

Über die Rheinpromenade kommt man zum Rheinturm, der von jedem nur „Fernsehturm“ genannt wird. Mit 240,50 Metern Höhe ist der Fernsehturm das höchste Bauwerk der Stadt. Für nur 5 € können Studenten auf den Turm.
Die Aussicht, die sich einem hier, über Rhein, Oberkassel und ganz Düsseldorf bietet, ist, wirklich toll und absolut lohnenswert. Oben gibt es genügend Sitzmöglichkeiten, sowie ein kleines Café in dem man es sich gemütlich machen kann. Ganz Mutige können sich an die Glaswände legen und so die Aussicht über die Stadt genießen.
Wieder unten angekommen wandert man durch den Medienhafen, vorbei an den „tanzenden Häusern“ des Stararchitekten Frank Gehry. Hier gibt es einige nette Cafés in denen man, die Seele baumeln lassen kann, während man die Architektur und das Treiben am Medienhafen beobachtet.

Überall Kunst

Wer nach Düsseldorf kommt, wird schnell begreifen, dass sich die Metropole am Rhein als Kunststadt sieht. Bereits im 18 Jh. gründete Kurfürst Karl Theodor die Künstlerakademie Düsseldorf. Mittlerweile gibt es zahlreiche Kunstmuseen, Ateliers und seit Kurzem sogar Kunst in der U-Bahn. Auf etwa 3,4 Kilometern länge, wurde in 6 U-Bahnhöfen, experimentelle Kunst geschaffen. So gibt es in der Benrather Straße das Sonnensystem zu bewundern. Man fühlt sich fast wie in einem Raumschiff, sieht Mars, Venus oder Merkur auf den Bildschirmen vorbeiziehen. Eine wirklich nette Idee, die man einmal gesehen haben sollte.
Außerdem gibt es in Düsseldorf an allen Ecken Graffitis, die wirklich sehenswert sind und für mich das junge und etwas verrückte Düsseldorf verkörpern.
Also, immer mit offenen Augen durch die Stadt gehen!

Das Stadtmuseum

Wenn man jetzt noch etwas Zeit hat, empfehle ich einen Abstecher in das Stadtmuseum von Düsseldorf. Für nur 4 € (Erwachsene) und 2 € (Studenten) erfährt man hier alles Wissenswerte über die Stadt und ihre bewegte Geschichte. Ab 17.00 Uhr ist der Eintritt übrigens frei!
Es lohnt sich auch in den Veranstaltungskalender des Museums zu schauen, denn dort gibt es immer wieder interessante Ausstellungen.

Die „Radschläger“

Was man in Düsseldorf wirklich an jeder Ecke sieht, sind die Radschläger. Dieser Brauch geht, angeblich, auf das Jahr 1288 zurück. Nach der Schlacht von Worringen, vollführten die Kinder in den Straßen die sogenannten „Freudendreher“, also Radschläge.
Seit dem wurden die „Radschläger“ zum Wahrzeichen der Stadt. Man sieht sie auf Kanaldeckeln, auf Brunnen, als Türklopfer und an Wänden.

Essen in Düsseldorf

Eine „heiße“ Brezel bitte!

Schon bei meiner Ankunft am Hauptbahnhof gewann ich das Essen in Düsseldorf lieb. Beim Brezel Bub bekommt man für nur 0,90 c eine (heiße) Brezel. Die Brezel ist einfach unglaublich lecker und der perfekte Snack für zwischendurch. An der Stelle muss ich mich bei einem lieben Freund bedanken, der extra losgegangen ist, um die "Brezel-Fotos" für mich zu machen 😉

Der Libanon Express

In der Altstadt kann ich den Libanon Express empfehlen, der sich in der Bergerstraße befindet.
Dort bekommt man für 4 € die leckerste Falafel, die ich jemals gegessen habe. Wir haben sie mit „Extra“ bestellt, was wohl, soweit ich das verstanden habe, Humus war.

Altbier und Burger

Um ein richtiges Altbier zu kosten, war ich abends im Kürzer. Lasst euch von der minimalistischen Einrichtung nicht abschrecken, das Bier ist lecker und wird nachgefüllt, sobald das Glas auch nur halb voll ist. Außerdem gibt es dort unglaublich gute Burger.
Das Lokal ist super günstig, die Bedienung freundlich und das Bier sowie das Essen sehr gut.

Café Bazzar

Nach einem anstrengenden Tag in der Stadt machten wir es uns im Café Bazzar in der Heinrich-Heine-Allee gemütlich. Die Kundschaft ist bunt gemischt vom Studenten, über die gestresste Mutter bis hin zum Pensionisten trifft man hier wirklich jeden. Im Innenhof gibt es einen kleinen aber feinen Gastgarten, der in der warmen Jahreszeit zum draußen Sitzen einlädt. Dort genoss ich einen herrlichen Ingwer-Orangen-Tee, der mit Honig und einer gebrannten Mandel gereicht wird. Außerdem gab es dort super leckeres Joghurt mit frischen Früchten.

Das Problem mit dem Essen

Jetzt fragt ihr euch, womöglich wieso ich von dem genialen Essen schreibe, euch aber keine Bilder zeige. Nun ja, dafür muss ich mich entschuldigen. Wenn ich zuhause bin, ernähre ich mich sehr gesund. Keinen raffinierten Zucker, keine Kohlehydrate und wenig Fleisch. Wenn ich dann unterwegs bin, gönne ich mir die regionalen Köstlichkeiten. Meistens bin ich von meinem Essen dann so geflasht oder aber ich bin einfach so ausgehungert, dass ich vollkommen vergesse, Bilder zu machen. Wenn es dann doch mal Bilder gibt, sind die vom Essen meiner Begleitung 😉 Ich bin mir dieses Problems bewusst und gelobe zukünftig Besserung.

Immer wieder Düsseldorf

Nun kennt ihr meine Tipps für Düsseldorf. Sicherlich gibt es dort noch sehr viel mehr zu erkunden, leider ließ meine Zeit das bei diesem Besuch nicht zu. Allerdings wird das nicht mein letzter Besuch in dieser schönen Stadt gewesen sein!